Minimalismus · Nachhaltig Leben

30 Tage Zero Waste: Eine Auswertung

Vor ungefähr einem Monat haben mein Freund und ich uns entscheiden unser Leben einmal gehörig auf den Kopf zu stellen und zwar indem wir uns eine persönliche Zero Waste Challenge gestellt haben.

Falls du gerne nochmal nachlesen möchtest, worum es uns genau ging, kannst du das in meinem Artikel „ Zero Waste – Wir werden Plastik frei! „ nachlesen. 🙂

In diesem Artikel soll es darum gehen:

  1. wie die Challenge für uns war
  2. ob wir sie bestanden haben
  3. wo es Schwierigkeiten und positive Überraschungen gab
    und
  4. wie es in Zukunft weiter bei uns laufen wird.

Also los geht`s! 🙂

Wie war es?

Zu allererst möchte ich sagen: Ich hatte es mir schwieriger vorgestellt, als es tatsächlich war!

Komplett ohne Plastik zu leben ist in unserer heutigen Welt ja nahezu nicht mehr vorstellbar.
Wenn man sich aber dann einmal mit dem Thema auseinander setzt, wird den meisten überhaupt erst bewusst was wir eigentlich an Müll jedes Jahr produzieren.

Doch dieser Beitrag soll kein Missionierungsartikel werden, also halte ich mich mit den Fakten diesbezüglich zurück.
Jeden den das interessiert lege ich ans Herz, die entsprechenden Schlagworte einfach mal zu googeln. 🙂

Alles in allem kann ich definitiv sagen, dass Zero Waste eine Lebenseinsgtellung ist, die mich wesentlich bewusster gemacht hat für meinen Konsum und dessen Folgen.

Hat es sich mich zu Beginn noch sehr nach Keksen und Chips verlangt, so hat mich zunächst mein Vorhaben und späte rauch die absolute Abneigung gegen Plastik davon abgehalten diesen gelüsten nachzukommen.
Und was ist passiert? Mittlerweile habe ich gar keinen so großen Appetit mehr auf Chips und Co. 🙂

Weiterhin habe ich in den letzten Wochen einige der sonst alltäglichen Dinge aus meinem Zuhause verbannt. Dafür sind dann Selbstgemachtes und ökologisch Abbaubares eingezogen.
Als Beispiel dafür dienen mein selbstgemachtes Waschmittel, das 1A funktioniert!
Die Zahnpasta die ich für uns zusammengemischt habe und die Körperpflegeprodukte, die ich selbst hergestellt habe.

Weiterhin benutzen wir mittlerweile beide Zahnbürsten aus Bambus von Hydrophil (die wir allerdings in 3 Monaten gegen noch nachhaltigere austauschen werden.)
Und für mich gab es endlich einmal eine Menstruationstasse, die ab jetzt Binden und Tampons aus unserem Badezimmer gebannt haben.

Ob wir sie bestanden haben?

Unseren Plastikmüllbeutel mussten wir nur in den ersten beiden Wochen (in denen wir noch sehr viel von unseren Vorräten aufgebraucht haben) oft zur Tonne bringen.
Seitdem wir alle vorhandenen Dinge aufgebraucht haben. Füllt er sich nur noch extrem langsam.

Auch beim Bummeln durch die Stadt kaufen wir (wenn wir überhaupt etwas kaufen) wesentlich bewusster ein.

Dennoch haben wir ein paar Ausrutscher zu verzeichnen:
– wir haben ein paar Dinge bei Amazon bestellt
– Kaugummi in Plastik verpackt gekauft (aber immerhin war er Bio! 😀 )
– zwei Mal etwas zu essen bestellt (bei Call a Pizza die haben zum Glück das meiste aus Pappe)
– ein paar Tüten Kräppelchen vom Weihnachtsmarkt (es ist zwar nur Papier, aber auch das wird ja direkt nach dem Benutzen weggeschmissen)
– Kuchen/Brot vom Bäcker in der Tüte gekauft (also wieder Papier, das direkt nach dem Gebrauch weggeworfen wird)
– Taschentücher in Plastik verpackt gekauft (da haben wir schon eine Alternative in Aussicht)
– Kakaobutter und Bienenwachs online bestellt und in Plastik verpackt (Bienenwachs ohne Plastik war für mich einfach nicht bezahlbar und Kakaobutter ohne habe ich nirgends gefunden, wer einen Tipp hat: ab damit in die Kommentare! ❤️)

         

Fazit: Auch wenn wir sicher noch nicht am Ziel sind, können wir stolz auf das sein, was wir in dem letzten Monat gemacht haben. Daher vergebe ich an uns selbst einen bestanden Stempel 😉

Wo es Schwierigkeiten und positive Überraschungen gab

Wirkliche Schwierigkeiten gab es bei unserem Vorhaben im Grunde gar keine.
Aber auch wenn schon vieles gut lief, es gibt dennoch ein paar Dinge, für die ich bisher keine Alternativen gefunden habe.

Dazu zählen:

  1. Medizin – während der letzten Wochen war ich verschiedentlich krank und habe dementsprechend dann auch irgendwann Medizin genommen. Besonders Tabletten und Co. werden grundsätzlich nur in Plastik verpackt verkauft und kann man nicht unverpackt bekommen. Auch meine Pille befindet sich in einer Plastik Verpackung.Pflanzliche Wirkstoffe helfen leider nicht immer bzw sind dann auch in der Verwendung teilweise aufwändiger als gewöhnliche Medizin.

    Mein Fazit dafür ist, dass ich bei diesem Thema eine Ausnahme in Bezug auf Verpackung machen werde.
    Ich brauche sehr selten Arzneimittel von daher ist mein Verbauch relativ gering.
    Und auch wenn ich in Zukunft weiter nach unverpackten Alternativen suchen werde, werde ich nicht darauf verzichten, wenn es mir nicht gut geht.

     

  2. Kugelschreiber – auch wenn wir keine Freebies jeglicher Art mehr annehmen werden, ich habe noch keine Alternative entdeckt, die mich wirklich zufrieden stellt.
    Am besten wäre wahrscheinlich ein Füller, denn da sind zumindest nur die Patronen aus Plastik, doch so richtig Zero Waste ist das dann ja auch nicht.
  3. Kunstutensilien – meistens nutze ich zwar mein iPad, doch ich liebe es auch mit meinen Tombow Stiften herum zu experimentieren oder mit Aquarell zu malen.
    Nun sind aber Filzstifte leider immer aus Plastik und es gibt auch keinen physischen Ersatz dafür.
    Zumindest habe ich noch keinen gefunden der nicht komplett meine monetären Möglichkeiten übersteigt.Auch hier werde ich erst einmal eine Ausnahme machen, denn mein Hobby möchte ich nicht aufgeben.
  4. Fleisch – Wir sind beide keine Vegetarier oder Veganer und essen gerne hin und wieder Fleisch, doch Fleisch zu kaufen war für uns in diesem Monat nicht wirklich möglich.Zum einen hätte es definitiv unseren finanziellen Rahmen gesprengt wenn wir auch nur einmal die Woche gutes Fleisch gekauft hätten. Zum Anderen haben wir eigentlich immer vergessen einen Behälter mitzunehmen in dem wir uns Fleisch hätten mitnehmen können.

    Hier werden wir also noch einmal nach einer guten Alternative (und einem Memozettel ;)) suchen müssen.

Und das war es auch schon. 🙂

Positive Überraschungen

Die positiven Erlebnisse im letzten Monat haben die kleinen Schwierigkeiten definitiv bei Weitem überholt:

  1. Geld – Wir hatten uns 120 EUR/pro Monat und pro Person als Budget festgelegt und wir sind sogar darunter geblieben! Obwohl wir ein paar grundlegende Einkäufe wie zum Beispiel Glasbehälter und Tragebeutel kaufen mussten, sind wir nicht über unseren Rahmen hinaus gekommen.
  2. nette Leute kennengelernt – den Großteil unserer Einkäufe holen wir uns mittlerweile in dem Einfach Unverpackt Laden bei uns in Leipzig.Wir beide lieben es, dort einkaufen zu gehen.  Die Mitarbeiter sind immer unheimlich freundlich und zuvorkommend! Außerdem wird man nicht mit einem übermäßigen Angebot überrollt und alles ist schön ruhig, sauber und ordentlich.

    Für mich ist ein Einkauf dort, fast ein bisschen wie ein Besuch im Wellness Hotel.
    Man geht immer glücklich und entspannt wieder raus. 🙂

  3. neues Einkauferlebnis – Wie bereits gesagt, im Einfach Unverpackt Laden einzukaufen ist vor allem eins: entspannt. Auch in den Bioläden die wir uns ausgeguckt haben sieht es ähnlich aus. Die Atmosphäre ist eine ganz andere, als wenn man in hiesigen Großmärkten einkaufen geht.
  4. Qualität statt Quantität – auch wenn wir jetzt für 10 Eier mittlerweile 4,50 EUR bezahlen anstatt 1,50 oder für 500 Gramm Haferflocken anstatt nur 60Cent 2 EUR in die Hand nehmen müssen, die Qualität ist eine ganz andere!Ganz davon abgesehen, dass wir, dadurch, dass alles Zero Waste sein soll, kaum noch Spontankäufe haben.
    Dadurch reduzierte sich die Menge an dem was wir konsumieren drastisch.

    Weiterhin haben wir im Endeffekt diesen Monat weniger Geld für Lebensmittel und Haushalt ausgegeben als ind den ganzen Monaten davor.

  5. Gesünder Essen – Wenn man anfängt mehr in Richtung Zero Waste zu leben, fällt das ganz besonders auf. Man isst viel gesünder. Denn wenn man von Plastik weg will, fallen viele Produkte einfach komplett aus der Reihe.Fertiggerichte, Schokolade, Chips und Co. All das gibt es auf einmal fast gar nicht mehr.

    Natürlich hat man immer noch die Möglichket sich mit entsprechenden Leckereien einzudecken. Doch man fängt auch automatisch an bewusster zu überlegen was man kaufen will.

    Zumindest war es bei uns so.
    Wir haben zwar auch schon vorher hauptsächlich frisch gekocht, doch das ist in den letzten Wochen auch noch einmal ein bisschen angestiegen.

    Und ich habe Kohlrabi für mich als relativ guten Chipsersatz entdeckt!

  6. Lebensgefühl – Für mich hat diese Zero Waste Challenge ganz viel an meinem Lebenstgefühl verändert.
    Dadurch, dass ich bewusster geworden bin was ich einkaufe, bin ich mir auch bewusster wie ich noch bis vor 4 Wochen eingekauft habe.Das das nicht das Gelbe vom Ei war, war mir schon vorher klar, doch es jetz geändert zu haben, das fühlt sich für mich sehr gut an.

    Es macht mich einfach glücklich, Produkte zu kaufen, die nachhaltig produziert wurden.
    Insbesondere Eier, Milch, Käse und Honig sind Dinge, auf die ich nicht verzichten will, wo mir die Herkunft aber sehr wichtig ist.

    Jetzt kaufe ich Produkte mit Demeter Zertifikat und aus regionalen Beständen und das macht für mich einen Riesen Unterschied. 🙂

Wie es in Zukunft bei uns laufen wird

Wahrscheinlich kann man sich das Folgende schon denken, doch ich beschreibe es der Vollständigkeithalber trotzdem mal noch auf. 😉
Wir werden werden diesen Weg weiter verfolgen.

Wir sind zwar noch keine absoluten Perfektionisten beim Thema Zero Waste, aber ich denke, wir gehen einen guten Weg.

Wie werden uns weiterhin an unsere selbst auferlegten Regeln halten, auch wenn wir sie bei dem ein oder anderen Punkt wahrscheinlich ein bisschen lockern werden (z.B. Was die Einkaufsorte angeht, mein Bio-Apfelmark kann ich ja auch bei DM oder im Kaufland holen 🙂 )

Dennoch, wir wollen es beide definitiv weiter machen und sind gespannt darauf, wohin das Ganze uns noch führt. 🙂

Wie sieht es bei dir aus?
Hast du noch Fragen? Ist etwas für dich nicht schlüssig oder hast du vielleicht noch einen Tipp für mich? 🙂

Wenn ja würde ich mich sehr freuen, wenn du mir unten einen Kommentar hinterlässt!

In diesem Sinne alles Liebe

 

 

 

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Ein Kommentar zu „30 Tage Zero Waste: Eine Auswertung

  1. Eine interessante Challenge, das sollte ich auch mal probieren! Wir ärgern uns ständig, wenn wir sehen, wieviel Müll da zusammenkommt bei einem 2-Personen-Haushalt. Einen Tipp hab ich aber noch für dich: es gibt auch auffüllbare Füller mit Tintenglas, da spart man sich auch die Patronen =)

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